Teil der Ausstellung „Breaking Bubbles“, Dortmunder U, 2026
Fachbereiche Kunst (Plastik) und Journalistik, TU Dortmund
Aluminium-Spiralen, bedruckte Stoffbahnen mit Cut-outs, 4 Videoarbeiten (je ca. 5 min)
Das Konzept
Algorithmen in sozialen Medien verstärken Echokammern und Filterblasen — und der Konsum unterschiedlicher journalistischer und sozialer Medien prägt, wie wir die Realität wahrnehmen. Der Begriff „Filterblase“ (filter bubble), 2011 vom Internetaktivisten Eli Pariser geprägt, beschreibt den Raum aus personalisierten Inhalten, den Plattformen wie Instagram, TikTok, Google oder Facebook um ihre Nutzer:innen legen: Sichtbar wird vor allem, was den eigenen Meinungen und Interessen entspricht. „inside / outside bubbles“ macht diese unsichtbaren Räume begehbar: Vier Bubbles aus bedruckten Stoffbahnen hängen an Aluminium-Spiralen, in jede kann man hineintreten. Innen läuft der Social-Media-Feed einer fiktiven, aber realistischen Persona.
Grundlage sind vier Personas aus vier Milieus der deutschen Gesellschaft, entwickelt auf Basis der Sinus-Milieus — mit unterschiedlichen beruflichen, politischen und soziokulturellen Hintergründen. Für jede Persona wurde ein echter Instagram-Account angelegt und der Algorithmus trainiert: 15 Minuten Reels swipen, Passendes doppelt ansehen und liken, Unpassendes überspringen. Die so entstandenen For-You-Pages wurden abgefilmt — vier Feeds, vier Versionen davon, welche Nachrichten und Informationen die Welt gerade bedeuten.
Durch kreisrunde Cut-outs in den Stoffbahnen bleiben die anderen Bubbles immer sichtbar: Man kann aus der eigenen Blase heraus- und in fremde hineinschauen. „Break the Bubble“ — die Cut-outs sind der konstruktive Vorschlag gegen die Entfremdung zwischen den Lebensrealitäten.
Die vier Bubbles
Bubble 1Neo-ökologisch
Bubble 2Adaptiv-pragmatische Mitte
Bubble 3Traditionelles Milieu
Bubble 4Prekäres MilieuEntstehung










Wie die fertigen Bubbles ins denkmalgeschützte Dortmunder U kamen, erzählt der Beitrag Kunsttransport der „Bubbles“ in das Dortmunder U.
Vernissage








Die Sinus-Milieus
Filterblasen sind digitale und analoge Räume, in denen wir uns bewegen. Sie entstehen, wenn Menschen vor allem Inhalte und Meinungen konsumieren, mit denen sie übereinstimmen — und sie werden durch Algorithmen und die Selektion der konsumierten Inhalte weiter befeuert: der Echokammer-Effekt.
Um diese Lebenswelten greifbar zu machen, stützt sich die Arbeit auf das Sinus-Milieumodell — ein vom Sinus-Institut seit den 1980er-Jahren entwickeltes Gesellschaftsmodell, das Menschen nach sozialer Lage und Grundorientierung gruppiert: nach Werten, Lebensstil, Einstellungen und Konsumverhalten. Es teilt die Gesellschaft in Deutschland in neun Milieus und wird sonst vor allem in Sozialforschung, Marketing und Zielgruppen-Analyse eingesetzt. Daraus wurden vier Milieus mit möglichst unterschiedlichen politischen Standpunkten und Umfeldern ausgewählt: das neo-ökologische Milieu, die adaptiv-pragmatische Mitte, das traditionelle und das prekäre Milieu. Zu jedem entstand eine Persona mit Name, Beruf und Eigenschaften — die Grundlage der vier Bubbles.