ART/WORKS: Werk und Werkstatt im Mittelalter

Wer im Mittelalter ein Taufbecken goss oder ein Chorbuch schrieb, galt nicht als Künstler, sondern als Handwerker. Die Ausstellung „ART/WORKS. Werk und Werkstatt im Mittelalter“ im Dortmunder U fragt, was diese Menschen tatsächlich getan haben: womit sie arbeiteten, wie sie ihr Wissen weitergaben und ab wann aus Arbeit Kunst wurde.

Worum es in der Ausstellung geht

Im Mittelpunkt steht die Arbeit von Kunstschaffenden und Handwerkern im mittelalterlichen Dortmund und in der Region. Zwei Arten von Quellen führen dorthin: schriftliche Überlieferungen, die Rezepturen und Abläufe in den Werkstätten festhalten, und erhaltene Objekte, an denen sich die Arbeit selbst ablesen lässt — Werkzeugspuren, Korrekturen, Signaturen.

Artefakte aus Dortmund und Umgebung

  • Das Taufbecken in St. Reinoldi, gegossen von Johann Winnenbrock. Der Glockengießer hat sein Werk nicht anonym gelassen.
  • Das Graduale der Elisabeth von Lünen im Archiv der Propsteikirche, ein liturgisches Chorbuch, dessen Schreiberin in der Handschrift greifbar wird.

An beiden lassen sich Arbeitsspuren und Selbstauskünfte der Meisterinnen und Meister lesen.

Aus zwei Seminaren entstanden

Die Ausstellung ist das Ergebnis zweier Seminare am Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund. Studierende haben dort konkrete Arbeitsabläufe und handwerkliches Wissen untersucht und daraus das Konzept entwickelt. Die Leitfragen: Wie lässt sich mittelalterliches Werkstattwissen heute rekonstruieren? Welche Materialien und Werkzeuge waren nötig, und woher kamen sie? Arbeitete eine einzelne Meisterhand oder eine Werkstatt als Kollektiv? Und welche Rolle spielten Geschlecht und gesellschaftliche Stellung für das Kunstschaffen vor 1500?

Das von Studierenden gestaltete Konzept bereitet diese Fragen an Stationen auf, die sich sinnlich erfahren lassen.

Wo Handwerk aufhört und Kunst beginnt

Die Trennung zwischen „Handwerk“ und „Kunst“ ist keine mittelalterliche, sondern eine Erfindung der Renaissance — und sie wirkt bis heute darauf, wie Kunstschaffende wahrgenommen werden. Wo genau verläuft die Grenze zwischen Kunstfertigkeit und „hoher“ Kunst und welchen Anteil haben soziale und materielle Bedingungen an dieser Einordnung. Dortmunder Kunstwerke werden dafür in einen Zusammenhang gestellt, der nichts von seiner Aktualität verloren hat: Arbeit.

Besuch planen

Zeitraum
3. September bis 4. Oktober 2026
Eröffnung
3. September 2026, 18 Uhr
Öffnungszeiten
Di + Mi 11–18 Uhr · Do + Fr 11–20 Uhr · Sa + So 11–18 Uhr
Ort
Campus Stadt der TU Dortmund, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund
Veranstalter
TU Dortmund, Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft
Rahmen
Teil des 8. Forums Kunst des Mittelalters „Arbeit/ Work“
dortmunder-u.de →

Angaben nach dem Ausstellungsflyer des Seminars für Kunst und Kunstwissenschaft, TU Dortmund